Kompletter geschichtlicher Werdegang von Roschberg

Kurstift von Tier


Der Erwerb des Landes um St. Wendel durch den Kurstift von Trier erfolgte unter dem Erzbischof und Kurfürsten Balduin ( 1307 - 1354 ) in den zwanziger und dreißiger Jahren des 14. Jahrhunderts.

06.05.1326 Die Herren von Kirkel verkaufen die Hälfte von St.Wendel an Balduin
17.03.1328 Graf Balduin von Johann I. erwirbt von Saarbrücken die Burg und einen Teil von St.Wendel
28.08.1335 Der Ritter Phillipp von Wißkirchen und seine Frau verkaufen neben anderen Gütern und Einkünften in verschiedenen Orten unserer näheren Umgebung auch eine Gült von 14 Schilling in unserem Dorf Roßbergh an den Erzbischof Balduin von Trier
04.02.1336 Balduin errichtet mit dem Edelknecht Johann von Kirkel und den Rittern Heinrich von den Leyen und Baldemar von Odenbach einen Burgfrieden auf dem gemeinsamen Haus zu Liebenberg


Balduin hatte von von 1307 - 1354, als Erzbischof und Kurfürst von Trier die Geschichte unseres St. Wendeler Landes entscheidend mitgeprägt. Die Balduinstraße in St. Wendel erinnert noch heute an den Namen und das Wirken dieses großen Kurfürsten in unserer Heimat.


1328 Unser Dorf geht mit vielen anderen Dörfern der Umgebung als Teil des Amtes St. Wendel von Verdun in den Besitz des Erzbischofs und Kurfürsten von Trier über.


1335 Als Lehensleute treten u. a. die Herren von Kirkel auf, die ihren Besitz jedoch schon in diesem Jahre an das Erzbistum Trier verpfänden. 

28.o8. Ritter Phil. von Wißkirchen und seine Frau verkaufen dem Erzbischof Balduin von Trier neben anderen Gütern und Einkünften eine Gült von 14 Schilling in Roßbergh.


1384 URKUNDLICHE NACHWEISUNG

Anleihe des Johann von Kirkel. Johann von Kirkel verkauft dafür den vierten Teil der Feste Liebenberg mit Burgmannen und Zugehör und namentlich mit einem Viertel des Dorfes Rosch- berg an das Erzstift.


1394 Bischof Werner übernimmt endgüitig die Feste Liebenberg in den Besitz des Kurfürstentums Trier. Zu dem erworbenen Besitz gehört auch Roschberg.


1483 Die Kirche ersteht die Rechte an Zehnten, Gefälle und Renten, die den Eheleuten Adam von Sötern und Merge von Hagen in Roschberg zustehen.


1484 Im Alten Hessenlande liegen die Mutterdörfer unserer meisten fränkischen Ansiedlungen. Nicht allein die Namen dieser Ortschaften stimmen mit den unseren überein, sondern sogar Flurbezeichnungen weisen in zahlreichen Fällen Übereinstimmung mit hessischen Flurbezeichnungen auf.

Roschberg ( 1335 Roßbergh - 1484 Rossberg ) Rossberg bei Marburg


1463 - Deutung von Rossberg: Von dem althochdeutschen Wort ros = Pferd


03.06.1492 Wilhelm Herr zu Esche und seine Gemahlin Philippe von Hunolstein Eberhard Breodel von Homburg und Beatrixe von Esche, ferner Weyprecht von Helmstadt und Anna von Esche, Geschwister und Schwäger verkaufen an diesem Tag den Brudermeistern der Kirche zu St. Wendel unter anderem ihre Renten, Gülten, Leute, Zinsen, Nutzungen und Gefälle in Roßberg und Hederßwiller. Hederßwiller ist eine Wüstung zwischen Roschberg und Grügelborn.


1492 Unter den fünf Handwerkern, die in St. Wendel als Schöffen genannt werden, ist auch Roschbergs Peter. Er ist nicht nach Gewerbe bezeichnet, wird aber wahrscheinlich eine bedeutendere Wollweberei besessen haben. Wie wir aus anderen Quellen wissen, besaß er eine Walkmühle am Totenbach.


1510 Das Hubengericht zu Hirstein und seine Huber

Die Hube oder Hufe ist ein von der Grundherrschaft an die Untertanen zugeteilter Gutsbezirk, der in der Regel eine bestimmte Größe hat. Die Hufe werden zumeist erblich verliehen, jedoch wird das Eigentumsrecht dadurch nicht erworben. Mehrere Huben bilden ein Hubengericht. Die an dem Weistum von 151o beteiligten Huber sind außer aus Hirstein und anderen Orten auch aus Roschberg. Im Jahre 1600 ist noch ein Huber von Roschberg dabei. In der Kellereirechnung des Jahres 1660 von Nohfelden steht unter der laufenden Nr. 9:
"Steigengut zu Hirstein. Huber war Hans Hassdenteufel aus Roschberg, welcher dieses Jahr gestorben und deswegen seinem gnädigsten Fürsten und Herrn ein Besthaupt fällig worden so die Huber getätigt und nach lt. Urkunde Nr. 8 hierbei sechs Gulden und ist an seiner Statt Michel Winkenbacher zu Wolfersweiler zum Huber angesetzt worden."

17. JAHRHUNDERT  
Zur Stadtverteidigung in St. Wendel stellt Roschberg 6 Mann (eine Rotte)

16o6 Die im Jahre 1606 hier vorhandenen neun Untertanen sind teils liebenbergische und söterische, teils Leibeigene der Kirche in St. Wendel.


1615 Hochgerichtstagung am 28. April: Urgerichtliches Bekenntnis des Lamprecht Braßen von Pintzweiler Auszug:

8. daß wir drei in Roßberg vor Wagners ( Haus ) des Nachts dem Schüßler zwei Schaf aus dem Stall gestohlen; 
26. daß Greinen Wendel ihn und den Spurk verleitet hätte, bei dem Schüßler zu Roßberg einzubrechen und Butter und andre Sachen zu stehlen. Wendel habe schon einen Fensterstein ausbrechen wollen. 

Nachdem Lamprecht Braßen seine insgesamt 42 Verfehlungen bekannt hatte, wurde er nach gültigem Recht zum Tode verurteilt und durch den Strang an dem Galgen vom Leben zum Tode befördert.


1618 - 1648: 3o-jähriger Krieg

Das Dorf Heddersweiler bei Roschberg wird völlig zerstört. Die Flurgemarkung liegt am nördlichen Abhang des Rotenberges. In den Wiesen kann man noch die alte Wasserleitung und die Reste des ehemaligen Dorfbrunnens sehen. Das sind mächtig rundgehauene Sandsteine. Die Quelle, die einst den Brunnen speiste, hat sich seitlich davon aus dem Boden gedrückt. Hier, wo einst fleißige Bauern und Rötelkrämer lebten, sind heute nur noch Wiesen und Felder. Gegen Beginn des 17. Jahrhunderts gehört Roßberg mit sechs Einwohnern zum Amt St. Wendel.

1656 Am 6. Mai verfügt der Magistrat den Bau der Totenbachbrücke. Die Bürger und Amtsuntertanen von Roschberg sollen Hand- und Spanndienste leisten sowie die Baustoffe stellen.


1722 Namensbildung in unserem Dorfe:

Johann Haß den Deuffel

1722 Niclas Haßdendeiffel von Roschberg

1727 Johann Haßdenteiffel

1748 Peter Hassdenteuffel II. von Roschberg

1772 Johann Hassdenteiffel

1775 Johannes Haßdenteufel

Diese Eintragungen sind dem Register der Sebastianusbruderschaft entnommen. (Leitverb: Hassen)


1753 Zum Neubau der mittleren Turmspitze der heutigen Basilika in St. Wendel werden auch Fuhren aus Roschberg zum Abtransportieren des Holzes und anderer Materialien gestellt.


29.03.1786 Die Feldschützen und Schützmänner im Amt St. Wendel sind Michel Meyer als Schütz, Jakob Haab und Daniel Bour als Taxatoren.


04.05.1792 Roschberg gehört bisher zur Pfarrei St. Wendelin. Um das kirchlich-sittliche Leben zu stärken, ordnet der Erzbischof Klemens Wenzeslaus eine Abzweigung der nordöstlichen Gemeinden von St. Wendel an. Roschberg kommt zusammen mit anderen Dörfern zur neugegründeten Pfarrei Furschweiler. Erster Pfarrer der Pfarrei ist Erasmus Funk.


21.11.1797 Roschberg gehört durch Umgliederung zum Kanton St. Wendel im Arrondissement Saarbrücken des Saardepartements mit Hauptstadt Trier.

um 1800 Die Hochzeiten finden gewöhnlich im Hause der Braut statt. Die Kosten hierfür werden von den Eltern des Brautpaares getragen. Kinder des Dorfes versperren den Brautpaaren den Weg durch eine mit Sträußen gezierte Stange. Erst das von dem Bräutigam unter den Kindern verteilte Geld macht den Weg wieder frei.
Die Kirche bezieht bis zur Revolution gemeinsam mit dem Kloster Tholey den Siegelzehnten zu St. Wendel, die Dreizehntelgarbe zu St. Wendel und den Glockenzehnten zu Roschberg.


18o1 - 1974: Zugehörigkeit der Gemeinde Roschberg zu den einzelnen Zivilstandsbezirken 

im 19. und 2o. Jahrhundert: 

18o1 - 1823 Oberkirchen 

1824 - 1835 St. Wendel Landgemeinden 

1836 - 192o Oberkirchen 

192o - 1921 Oberkirchen - Süd 

1922 - 1952 Namborn 

1952 - 1973 Amt Oberkirchen-Namborn

1974 Gemeinde Namborn

1800 Kirchlichen Ursprungs ist das übliche Klappern an den drei letzten Tagen der Karwoche. Zum Messeläuten machen die Meßdiener die Runde dreimal, wobei die Sprüche wechseln: 

  1. "Zum 1. mol, zum 1. mol; wer in die Kirch geht, der richt sich emol". 
  2. "Zum 2. mol, zum 2. mol; wer in die Kirch geht, der wäsch sich emol". 
  3. "Zu Haf, zu Haf; wer in die Kirch geht, der laf"

Feldmarschall Blücher kommt auf seinem Feldzug nach Frankreich auch durch Roschberg und sucht mit seinem Heer Schutz im Eichenwald in der "Sehr".


1814 Die Russen kommen durch Roschberg und roden den "Rotenwald", der sich bis vor das Dorf hinzieht. Unter dem Pfarrer Seiler gehört unser Dorf zur Pfarrei Furschweiler. In kirchlichen Verwaltungsangelegenheiten aber bleibt der Ort dem bischöflichen Generalvikariat zu Trier provisorisch untergeordnet.


1816 Die Kinder aus unserem Dorf gehen ins Pfarrdorf Furschweiler zur Schule.


1818 Unser Dorf hat eine Erzgrube. Sie wurde vor 4o Jahren von zwei Fremden betrieben.

"Von den Stücken, welche diese nicht achteten und welche man einzeln ( sie wiegen Zentner ) fand, werden zu Saarbrücken 92 Pfund Kupfer und 4 Loth Gold ausgeläutert". Einer der Bergleute starb, und das Werk liegt nun schon länger als 3o Jahre still. 

"Kalksteine fanden sich auf der Oberfläche, man brannte sie und fand sie gut". 

"Es wurde aber nicht nachgegraben, obschon dem Schein nach manch gute Kalkgrube allda seyn mag".


1824 Lamberti Heinrich und seine Ehefrau Elisabeth geb. Mohr, beide gebürtig aus Roschberg, wandern nach Sao Leopoldo aus. Von Lambert Heinrich ist bekannt, daß er 1847 Kolonist in Pica da Cafe war.


1825 Unser Dorf hat eine Schule mit einem Schulsaal, in dem 4o Schüler von einem einzigen Lehrer unterrichtet werden.


1828 - 1832 Das Schulhaus wird von Bauinspektor Johann Martin Fladt aus dem Fürstentum Lichtenberg geplant und gebaut.


1836 In diesem Jahr wird auf einem Feld eine seltene Goldmünze gefunden. Die Vorderseite stellt einen Kopf mit Diadem, die Rückseite ein Pferd mit Menschenhaupt und Halsschmuck dar; unter dem Rosse liegt eine sechssaitige Leier und über seinem Schweife stehen sieben Sterne. Der Wert der Münze beträgt den vierten Teil eines makedonischen Goldstaters. (Hucher weist sie den Namnetern zu, einem Volk in der Umgegend des heutigen Nantes.)

Bei Ausgrabungen entdeckt man nahe dem Weg Urweiler-Roschberg ein Landhaus. Es hat zwei Gemächer, die 5,5o m lang und 4,4o m breit sind.


25.11.1839 Die Wehrpflichtigen aus Roschberg, die ihren Wehrdienst noch nicht angetreten haben, werden aufgefordert, sich sofort zu melden. Dies sind Jacob Schad und Wendel Lauer. In diesem Jahr erhalten der Maurer Peter Schmitt und Nicolas Haßdenteufel die Erlaubnis zur selbständigen Ausübung ihres Gewerbes


1843 In den Amtsblättern der königlich preußischen Regierung zu Trier von 184o - 1846 lesen wir: 

"( Nr. 125 ) Steckbrief wider Susanne Moser. Die unten signalisierte Susanne Moser, gebürtig aus Züsch, zuletzt wohnhaft in Roschberg, hat sich wegen Diebstahls eingeleiteten Untersuchungen durch die Flucht entzogen. Ich ersuche daher alle betreffenden Behörden ergebenst, auf dieselbe zu wachen, sie im Betretungsfalle zu verhaften und mir vorführen zu lassen. 

Saarbrücken, den 27. März 1843 

Der Königl. Instructions-Richter, Landgerichtsrath Weisgerber. 

Signalement: Alter, 5o Jahre, Größe, 4 Fuß 6 Zoll, Haare, schwarz; Augen, braun; Nase, aufgeworfen; Mund, mittelmäßig; Zähne, fehlerhaft; Kinn, rund; Gesichtsbildung, breit; Gesichtsfarbe, gesund; Gestalt, untersetzt."


1869 In einer Beschreibung des Regierungsbezirkes Trier aus dem Jahre 1869 lesen wir, daß auch in Roschberg Rötelkrämer ihre Fundgruben hatten und den Rötel als Handelsartikel benutzten. Bereits im 16. Jahrhundert spielte der Rötelverkauf eine große Rolle. Noch Anfang der 70iger Jahre, nachdem schon die Telegraphie zur Post gekommen war, stellen zwei Landbriefträger die Post in der Stadt und im Landbezirk zu. Einer davon ist der "kleine Dörrenbächer", der auch die Post nach Roschberg bringt.


1870 In diesem Jahr verursachen Rinderpest und Thyphus große Aufregung in unserem Dorf. Die Rinderpest wird während des deutsch-französischen Krieges von durchziehenden Truppen in Roschberg eingeschleppt. Wer das Dorf betritt, wird geräuchert. Die Räucherstellen befinden sich an den Dorfeingängen. Drei Menschen sterben an Thyphus. Die an der Rinderpest verendeten Tiere werden in der "Hall" vergraben. Die Bürger geloben, bei einem Ende der Seuche, eine jährliche Wallfahrt am Sebastianstag zum hl. Wendalinus nach St. Wendel zu machen. Dieses Versprechen wird nun schon seit 114 Jahren eingehalten.


1872 Wegen einer lang anhaltenden Trockenperiode müssen die Bauern ihre Felder mit der Gießkanne netzen.


1873 Der Neubau eines Schulhauses wird von der Gemeindevertretung am 18.o7. abgelehnt, "da die Lehrerwohnung und der Schulsaal seit 5o Jahren den Bedürfnissen genügt hatten". Der für die Schule vorgesehene Bauplatz kann nach Meinung der Gemeindevertretung als Viehtrifft nicht entbehrt werden.


1875 Der Gemeinderat beschließt, den Schulhausneubau bis auf weiteres zu verschieben, denn "das Schulhaus sei noch gut und wem es nicht gefalle, möge hingehen, wo er hergekommen."


1876 Der Gemeinderat beschließt, Steine für den Schulhausneubau zu brechen.


1877 Am 13.3. beschließt der Gemeinderat, den Schulsaal noch im selben Jahr zu bauen.


1879 Die Schule wird während der Amtszeit von Bürgermeister Heinrich Utfeld gebaut. 

Die Bauarbeiten werden von Baumeister Vollmann aus Urweiler ausgeführt. Die Steine werden hinter dem Roten Berg gebrochen. Der Sand wird auf dem Sandhügel an der Straße Furschweiler – Reitscheid bei der Abzweigung Grügelborn gegraben. Das Bauholz wird auf dem Wieselsberg gehauen. Der Dachschiefer stammt aus dem Hunsrück. Das Schulgebäude wird nach 2jähriger Bauzeit fertiggestellt. Bis zum Jahre 1879 findet der Unterricht im Hause Nr. 3 der Witwe Katharina Rein statt. 

Das neue Schulhaus hat ein Klassenzimmer und eine Heizung. Eine Lehrerwohnung ist ebenfalls vorhanden. Die Abortanlage hat zwei Sitze. Die Schule ist mit einem Lehrerpult, einer Stehtafel, einem Schrank, einem Kruzifix, einem Kartenständer und einem Tafelzirkel ausgestattet. Lehrer Held, der erste namentlich bekannte Lehrer, unterrichtet noch 2 Jahre im Hause der Witwe Rein und zieht dann mit seiner Klasse in das neue Schulhaus Nr. 37 um. 

Ihm folgten Lehrer und Lehrerinnen: 

Krämer – Meier – Kiefer – Vogt – Frl. Hahnus – Frl. Limbach – Frl. Stuber – Frl. Wendels – Wagner – Kerber – Hoffmann – Müller – Schorr – Croon – Frl. Henkes – Frl. Martin – Frl. Hüllein – Greff – Müller – Hoffmann – von Fonderen – Horras – Klein – Müller – Frl. Endel.


12.12.1879 Die Schule wird eingeweiht; an diesem Tage wird auch die Haustür geliefert. Das alte Schulhaus ist nur noch Lehrerwohnung. 


1885 Der Schweinehirt erhält für seine treuen Dienste das Recht zur Nutzung von Ländereien, die von den Dorfgenossen bestellt werden. Dazu bezieht er Lieferfrüchte und einige Heller für jedes Stück Herdenvieh.


1887 Unser Dorf hat 32 Haushaltungen. Im Dorf leben 42 Kinder. Seit 1884 sind schon 5 verschiedene Lehrkräfte hier tätig gewesen.


189o Die Volksschule erhält ihren ersten Globus.


1891 Die Trockenheit ist so groß, daß viele Bauern ihr Vieh verkaufen müssen. Der Fleischpreis sinkt auf 2o Pfg. das Pfund.


1893 In der Grügelborner Schule fehlen 6 Sitzplätze. Am 1o. April wird angeordnet, daß die ersten 6 Schüler die Schule in Roschberg besuchen sollen. Nachdem eine neue Schulbank angeschafft worden war, besuchten diese Schüler vom 1o. August an wieder die Schule in Grügelborn.

Alte Erntebräuche:

Das Getreide wird von Hand gemäht und gedroschen. Nach dem Runkelrübensetzen gibt es Quarkschnitten und Kaffee. Beim Obsternten und "Laxemkochen" reicht man Kuchen und Kaffee. Um die Jahrhundertwende wird noch Flachs angebaut, gesponnen und gewebt. Die Frauen drehen das Spinnrad, die Männer weben das Leinen.

Zur Betreuung der vielen Schafe und Schweine gibt es einen Schaf- und einen Schweinehirten. Auch einen Nagelschmied gibt es im Dorf.


1908 Mit dem Bau einer neuen Lehrerdienstwohnung wird begonnen. Die Arbeiten werden dem Maurermeister Schneider aus Oberkirchen übertragen. Das alte Schulhaus soll öffentlich versteigert werden.


1909 Die neue Wohnung wird von dem Lehrer Julius Hoffmann bezogen. Es wird ein gusseiserner Etagenfüllofen mit Rohr für die Wohnung beschafft.


1910 Am 02.04. wird an der Schule ein neuer Kohlenkeller gebaut.


1920 Am 09.12. werden am Schulhaus dringende Reparaturen durchgeführt. Im Dezember 1920 wird Roschberg dem Saarland eingegliedert.


1921 Die Gründung einer Feuerwehr lässt sich nicht realisieren. Am 01.01. erfolgt die Einbeziehung des Schulverbandes Roschberg in den Verwaltungsbereich des Saarlandes.


1922 Zum ersten Mal brennt elektrisches Licht in unserem Dorf. Bis dahin kannte man nur Lampen mit Kohlöl oder Petroleum.


1923 In unserem Dorf gibt es in diesem Jahre 15 Pferde, 13o Stück Rindvieh, 51 Schweine, 21 Ziegen, 315 Stück Federvieh und 14 Bienenvölker.


1926 Die Zahl der Bergarbeiter beträgt 36. Alle 36 sind Mitglieder der Christlichen Gewerkschaft.


1927 Am 25.01. wird der Schulhof instandgesetzt. Am 01. April ist die Schulbrunnenpumpe defekt. Die Freiwillige Feuerwehr wird gegründet. Sie ist mit 20 m Schlauch, 20 Wassereimern und 2 Leitern, die im alten Kelterhaus lagern, ausgerüstet.

 

1930 Bis zu diesem Jahre wird der Schulanfang durch Schellengeläut der Dorfjungen angekündigt. Die von Pastor Jacobi eingeweihte Glocke wird im Glockenturm der Schule aufgehängt. Der Glockenstuhl wurde aus Holz errichtet. 

Die Aufschriften der Glocke lauten: 

"Das Lob der hl. Dreifaltigkeit verkünde ich" 

"Schutz und Hilfe des hl. Sebastian erflehe ich"


1931 Die Lehrerwohnung befindet sich in einem sehr schlechten Zustand und ist nicht mehr bewohnbar. Lehrer Müller wohnt aus diesem Grunde bei der Witwe Baldes, Haus Nr. 35 zur Miete.


1932/33 Bau der ersten Wasserleitung. 

In unserem Dorf wird die erste zentrale Wasserleitung fertiggestellt. Die Wasserversorgungsanlage mit einem 50 cbm-fassenden Hochbehälter dient als Trinkwasserspeicher und als Brandreserve. ( 1933 )


Der Halblöschzug Roschberg wird selbständig. Ein Schlauchwagen sowie eine Schiebeleiter wurden angeschafft;

1936 Am 23.10. wird eine Warmwasserheizung in der Schule installiert, da der bisherige Ofen zum Heizen eines solchen Schulsaales ungeeignet ist. Bürgermeister der Gemeinde ist Nikolaus Haab. Der Gemeindediener und Feldhüter heißt Schaadt. Am 06.10. beschließt der Gemeinderat, das Recht der Stoppelweide unverändert beizubehalten. Es darf kein Vieh auf den Stoppelweiden gehütet werden.

Am 13.06. wird bei der Ausschachtung für das neue Feuerwehrgerätehaus festgestellt, daß hier früher ein Steinbruch war. Die Arbeiten gehen deshalb schwieriger und langsamer voran.


1937 am 01.06. werden die Verputzarbeiten am Schulhaus abgeschlossen. 28.12.: An diesem Tag wird mit der Firma Werbe Fabry in Saarbrücken ein Vertrag geschlossen, der ausschließlich dieser Firma das Recht zur Errichtung und Ausnutzung von Werbeflächen zusichert. Der Gemeinderat ist der einhelligen Meinung, der Gemeinde dadurch eine kleine Einnahmequelle erschlossen zu haben.


29.2.1938 Das Schulputzmädchen Theresia Baltes hat sein Arbeitsverhältnis zum 15.11.1938 gekündigt. Neue Bewerberin ist Johanna Haßdenteufel. Zwei Verträge sind abzuschließen, der Arbeitsvertrag und die Verpflichtung auf den Führer und Reichskanzler.


1939 In unserem Dorf sind vom 01. September bis 12. Dezember deutsche Truppen einquartiert. Die Volkssturmeinheit besteht aus 24 Mann. Das neu erbaute Feuerwehrgerätehaus wird seiner Bestimmung übergeben.

Die Raupen des Kiefernprozessionsspinners treten als Plage auf. Im Jahre 1949 sind es die Kohlweißlinge und die Feldmäuse. Dann der Kartoffelkäfer, der ganze Felder leerfrisst.


01.01.1940 40 männliche Einwohner unseres Dorfes leisten ihren Wehrdienst.


1942 Die Schulglocke muß zum Einschmelzen für die Waffenherstellung abgeliefert werden.


1944 Die Jagdfliegertätigkeit beginnt. Hinterm Rotenwald wird von der Bevölkerung ein Luftschutzstollen angelegt.

Ab 01.01. stehen 45 männliche und 3 weibliche Einwohner im Wehrdienst. 3o der im Wehrdienst stehenden Personen kommen in Gefangenschaft. Drei nicht im Wehrdienst stehende Personen werden von alliierter Seite in Haft genommen. Nach der Okkupation werden 11 Flüchtlinge im Ort aufgenommen.


1945 Am 04.03. wird im Gemeindewald Holz für den Bau von Panzersperren geschlagen.

Im Morgengrauen des 19.03. (Sonntag) Besetzung durch amerikanische Soldaten von Furschweiler her. 

15.06. Stand der Anwesen vor dem Kriege:

8 Wohnhäuser ohne Betriebsgebäude 
45 Wohnhäuser mit Betriebsgebäude 
2 Geschäftshäuser 
1 Schulhaus 
1 Sonstige

57 insgesamt 

Im Krieg werden 9 Wohnhäuser ohne Betriebsgebäude, 38 Wohnhäuser mit Betriebsgebäuden sowie das Schulhaus leicht beschädigt.


1946 Bis zum Juli dieses Jahres gehört Roschberg zum Amt Namborn. Unter dem Oberbürgermeister Alois Haßdenteufel wird auf Distrikt "Hall" der Fichtenbestand abgeholzt. Der Erlös wird für die Instandsetzung der Ortsstraße verwendet.


1947 In den Ferien dieses Jahres wird das Dach des Schulhauses ausgebessert. In diesem Jahr bringt die Getreide- und Kartoffelernte sehr schlechte Ergebnisse.


Am 07.02. kommen Elisabeth Dreher und Maria Kraus bei einem Brand ums Leben.


1948 Zwei Baugesuche werden gestellt. Zwei Dorfbewohner kehren aus der Kriegsgefangenschaft heim. Schiedsmann des Dorfes ist Heinrich Meier. Bis zu diesem Jahr besaßen die Schulkinder keine eigenen Bücher. Durch Kriegseinquartierung sind sämtliche Tintenfässer abhanden gekommen. Die Mädchenoberstufe wird in Handarbeit unterrichtet.


1948/49 Die Dorfstraße wird von Richtung Furschweiler bis Baltersweilerweg ausgebaut. Das 1939 erbaute Spritzenhaus wird verputzt und erhält eine Sirene. Die Maul- und Klauenseuche tritt auf. In zehn Häusern sind insgesamt 45 Kühe erkrankt. Durch einen sehr heißen und trockenen Sommer und durch das Auftreten einer Feldmäuse- und Kartoffelkäferplage wird die Landwirtschaft sehr geschädigt. Nur die Gemeinden Namborn und Roschberg besitzen Wasseruhren. 

Am 03.12. werden im Dorf 12 Pferde, 133 Stück Rindvieh, 47 Schweine, 2 Schafe, 19 Ziegen und 253 Stück Geflügel gehalten. Die Zahl der Viehhalter beträgt 49.


1948/49 Die Eigentümer der Gewerbebetriebe sind:

Biervertrieb: Kannengießer Peter 
Gemischtwarengeschäft: Jung Josef 
Gast- u. Schankwirtschaft: Haßdenteufel Jakob 
Tabakwarenhandlung: Jung Josef

Der Bienenzuchtverein Furschweiler/Roschberg wird gegründet. Zu dieser Zeit leben 12 Ausländer in unserem Ort.

Am 13.12. zählt die Feuerwehr 26 Mann.

In Roschberg wohnen 1948/49 drei hauptberufliche Landwirte:

  1. Peter Baldes 

  2. Peter Haßdenteufel 

  3. Johann Haab

Der Halter der 2 Zuchtstiere ist Peter Baltes. Die Stiere sind Eigentum der Gemeinde. In diesem Jahre werden drei Baugesuche gestellt.


1949 Der Gemeinderat beschließt mit 7 Stimmen, den Geldwert der Naturallieferung für den Pfarrer und Küster in Furschweiler vom Rechnungsjahr 1950 an alljährlich im Haushaltsplan der Gemeinde zu berücksichtigen und zu Martini (11.11.) jeden Jahres an den Pfarrer und Küster auszuzahlen. Die Naturallieferung an den Pfarrer und Küster in Furschweiler beruht auf den gemeinsamen Beschlüssen der 8 zum Pfarrbezirk Furschweiler gehörenden Zivilgemeinden Eisweiler, Furschweiler, Gehweiler, Grügelborn, Hofeld, Pinsweiler, Reitscheid und Roschberg vom 17.05.1844 und vom 06.03.1873.


1950 Unser Dorf besitzt "In der Sehr" drei über 300 Jahre alte Eichen. Im August beginnen die Arbeiten an der Verbindungsstraße zur Landstraße Furschweiler - Freisen.


1951 Der Schiedsmann heißt Johann Haab. Der Landwirt Haab und der Bergmann Peter Schneider werden zu Geschworenen und Schöffen gewählt. 


März 1951: aus freiwilliger Sammlung wird eine Glocke angeschafft und im Glockenturm auf dem Schulhaus aufgehängt. Im Juli 1951 muß die Glocke wieder abgenommen werden, da der Glockenstuhl morsch und faul ist. 

Glockeninschrift: 

"Glockengießerei F. Colmar im Elsaß"
"Gemeinde Roschberg"

Man entfernt den alten Schiefer vom Dach des Schulhauses und deckt mit Ziegeln. 


1952 In Fronde erfolgt ein Sonderholzhieb im Distrikt "Hall" zum Neubau eines SchuIglockenturmes. Am 1. Januar

1952 wird der Omnibusverkehr Roschberg – St. Wendel über Furschweiler – Baltersweiler aufgenommen.


1952/53 Mit der Teilkanalisierung in der Hauptstraße bis zum Hause Loch wird begonnen. Neben der Gastwirtschaft Haßdenteufel werden die Milchsammelstelle und das Raiffeisenlager errichtet.


1953 Im April wird die Ortsgruppe der Kriegsopfervereinigung gegründet. Die Schulglocke wird abgenommen und im Feuerwehrgerätehaus aufbewahrt. Zu dieser Zeit wird an unserem Schulhaus der Keller ausgeschachtet. Die Arbeiten sind so weit gediehen, daß der Schulunterricht, der in der Zwischenzeit im Saale Haßdenteufel stattfand, wieder im Schulhaus aufgenommen werden kann. Da der Glockenstuhl des Schulhauses baufällig ist, wird auf dem Gerätehaus ein neuer Glockenstuhl angebracht, in dem die Schulglocke aufgehängt wird.


Am 16. Dezember wird Frl. Margarethe Schaadt, die weithin bekannte "Buttergret" 75 Jahre alt. Vor Jahren, als die Molkereiniederlassung in Roschberg noch nicht bestand, fanden in St. Wendel allwöchentlich Buttermärkte statt. Frl. Schaadt ging zu Fuß, mit dem schweren Butterkorb auf dem Kopf, nach St. Wendel, um ihre Ware feilzubieten. Wie man hörte, hatte sie stets eine treue Kundschaft. In Roschberg sagte man, daß die erste Person, die einem Leichenzug begegnet, und der nächste Tote im Ort, desselben Geschlechts sein werden. Am 31.12. zieht das Kolonialwarengeschäft Jung  aus dem Hause des Peter Schwarz in das Haus des Peter Schuld um.


1954 Frau Maria Meier eröffnet im eigenen Haus das zweite Lebensmittelgeschäft in Roschberg.
Es folgt die Teilkanalisierung vom Haus J. Haßdenteufel bis zum Haus Rein ( alte Schule ). Am Dorfausgang von Roschberg nach Baltersweiler stehen drei sehr schöne Eichen, die über 3oo Jahre alt sind. Man sagt, daß es die letzten Bäume eines zwischen 1815 und 1827 gerodeten Eichenwaldes seien, dessen Holz zum Bau der Furschweiler Dorfkirche verwendet wurde. Die drei Eichen stehen unter Naturdenkmalschutz. 


1955 Mit den Gemeinden Gehweiler und Furschweiler wird ein Friedhofszweckverband gegründet. Auf die Schöffenliste werden P. Baltes und J. Haab und auf die Geschworenenliste A. Treitz und A. Haßdenteufel gewählt. Eine hiesige Bewohnerin konnte an ihrem Geburtstag Wiedersehn mit ihrem Trauring feiern, den sie an ihrem Geburtstag vor 26 Jahren verloren hatte.


Sie hatte ihn damals versehentlich mit einem Eimer Wasser ausgeschüttet. Nun hat sie ihn bei Gartenarbeiten unbeschädigt wiedergefunden. Am 15. Juni erfolgt erstmals die kostenlose Milchabgabe an die Schulkinder. Am 2o. September dieses Jahres tritt Lehrer Heinrich Croon in den Ruhestand. Lehrer Croon ist seit 1912 in Roschberg tätig. Im Weltkrieg 1914 – 1918 erlitt er mehrere Kriegsverwundungen. Nach Kriegsende kehrte er wieder nach Roschberg zurück, wo er ununterbrochen bis zum Jahre 1930 tätig war.


1955/56 In dieser Zeit erfolgt der Grundstückskauf zur Erweiterung des Schulhofes.


1966 Die Ortsstraße wird ausgebaut. Am 2o. August wird das Teilstück vorn Haus August Mai bis zum Hause der Witwe Rein ausgebaut. Die gepflasterten Rinnen werden entfernt und die Bürgersteige mit roter Kesselasche angelegt. An verschiedenen Grundstücken werden die Mauern der Dungstätten abgerissen und zurückgesetzt. Die alte Scheune, die zum Anwesen Didion gehört, wird entfernt. Beim Haus H. Meier wird die Straße tiefer gelegt. Am 15.04. übernimmt Frau Scherschel das Lebensmittelgeschäft Jung im Hause des Peter Schuld. Am 29.05. gegen Abend geht ein großes Unwetter mit Hagelschauern über unserem Dorf nieder. Es werden viele Gärten, Felder und Wiesen verwüstet. In den Häusern des Josef Münster, der Witwe Kath. Finkler und der Witwe Elisabeth Kannengießer - unter der Hochstatt gelegen - dringt Regenwasser von der "Roths" in die Keller ein. Im Kaub’schen Wohnhaus dringt das Wasser sogar in die Wohnung ein. Der neue Hochbehälter, mit einem Inhalt von 2oo cbm Trinkwasser, wird im "Rotenwald" gebaut. Davon sind 50 cbm für den Brandfall in Reserve zu halten.


1957 Zur Finanzierung der Instandsetzung der Schule wird ein Sonderholzhieb durchgeführt.


1958 Im August, im Zuge der Arbeiten am Schulhof, wird der alte Schulbrunnen, gegenüber der Eingangstüre zur Lehrerwohnung, erneut abgedeckt.


1959 Der vorhandene Klassenraum der Schule ist als Unterrichtsraum zu klein und entspricht trotz seiner guten Beschaffenheit und der vorhandenen Heizung keineswegs den schulischen Anforderungen. Daher ist es erforderlich, zwei neue Klassenräume zu schaffen. Das vorhandene Schulgebäude ist jedoch für einen Erweiterungsbau gänzlich ungeeignet. Eine zweite Schulstelle wird errichtet und die Lehrerin, Frau Angela Lindner, kommt nach Roschberg.

Am 1.April übernimmt Günter Samson die Wirtschaft Haßdenteufet als Pächter. Östlich vom Schulhaus wird eine Trafostation errichtet, um die Aussiedlerhöfe Born und Laub zwischen Roschberg und Leitersweiler mit Strom zu versorgen. Im September diesen Jahres wird im umgebauten Haus des Jakob Feld ( früher Dreher’sches Haus ) eine zweite Gaststätte eröffnet.


1959/60 Lehrerin Maria Quandel nimmt ihren Abschied. 


1960 Am 15.11. wird das Kriegerehrenmal eingeweiht. Am 26. April wird im Urweilerweg mit der Verlegung der Wasserleitung begonnen.